Forschungsarbeit zu ME/CFS an der FH Joanneum in Graz beginnt

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September 2019 beginnt ein neues Forschungsprojekt an der FH Joanneum in Graz unter Dr. Francisco Westermeier, welches aber nicht von einer österreichischen Organisation, sondern von ME Research UK finanziert wird.

Das Immunsystem ist derzeit ein heißes Thema in der ME/CFS-Forschung. In diesem Bereich gab es in den letzten Jahren mehrere Veröffentlichungen über Studien, andere laufen noch, darunter vier, die derzeit von ME Research UK finanziert werden.

Dr. Francisco Westermeier und seine Kollegen an der FH Joanneum in Graz wollen in ihrem Projekt ebenfalls die möglichen Auswirkungen von Immunanomalien bei ME/CFS untersuchen.

Folge eines aktivierten Immunsystems ist eine Entzündung. Dies ist Teil des körpereigenen Abwehrmechanismus und des Heilungsprozesses. Dieser umfasst eine Erhöhung des Blutflusses zu einem verletzten Bereich und die Migration von schützenden Immunzellen in das Gewebe zur Bekämpfung von Infektionen und zur Reparatur von Schäden. Aber in manchen Fällen halten Entzündungen länger als erforderlich an oder werden unnötigerweise ausgelöst, was zu Schädigungen führen kann.

Entzündung werden mit einer Reihe von Vorgängen in Zusammenhang gebracht, die das Herz-Kreislauf-System betreffen. Dazu zählen insbesondere Auswirkungen auf die Funktion des Endothels. Dies ist eine Zellschicht, die jedes Blutgefäß auskleidet und an der Steuerung der durch sie fließenden Blutmenge beteiligt ist.

Einige der ersten von ME Research UK unterstützten und an der University of Dundee durchgeführten Forschungsprojekte, befassten sich bereits mit der Endothelfunktion bei Menschen mit ME/CFS.

Ein Weg, wie das Endothel den Blutfluss steuert, ist die Freisetzung von Stickoxid. Aber Stickoxid ist ein zweischneidiges Schwert – während es für die normale Endothelfunktion unerlässlich (und auch am Zentralnervensystem beteiligt) ist, kann zu viel davon Schaden anrichten und zu einer anhaltenden Entzündung führen.

Dr. Westermeier befasst sich mit diesen komplizierten Zusammenhängen, indem er untersucht, ob die zellulären Mechanismen, welche die Stickoxidproduktion steuern, bei ME/CFS Patienten anders verlaufen.

Anhand von Blutproben der britischen ME/CFS Biobank wird er die Stickoxidkonzentration und die an der Produktion beteiligten Proteine ​​(Sirt1, eNOS und Arg1) bestimmen. Er wird untersuchen, ob sich dies in Endothelzellen ändert, die mit Blutplasma von Menschen mit ME/CFS in Berührung gekommen waren.

Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse ein neues Licht auf die Rolle dieser komplexen Mechanismen bei ME/CFS werfen. Möglicherweise könnten neue Biomarker für endotheliale Funktionsstörungen bei der Krankheit dadurch identifiziert werden.

Dr. Westermeier betont, dass ME/CFS in Österreich immer noch kaum anerkannt ist, auch wegen des Mangels an Forschung und finanzieller Mittel. Er hofft, dass dieses Projekt auch dazu beitragen wird, das Bewusstsein für die Lage von Betroffenen in Österreich zu schärfen. (sigrid)

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