Chronic Fatigue Syndrom

Das Chronic Fatigue Syndrom (ME/CFS) und die Situation in Österreich


Analog zu internationalen Angaben und zahlreichen Studien leiden 25.000 Menschen in Österreich am Chronic Fatigue Syndrom (Chronisches Erschöpfungssyndrom), ME/CFS. Doch kaum ein Arzt weiß wirklich über dieses Beschwerdebild bescheid. Folglich kommt es in den meisten Fällen zu falschen Diagnosen und völlig falscher, oft gefährlicher Behandlung.

Obwohl ME/CFS längst als schwere, sehr belastende, chronische und nicht heilbare neuroimmunologische Multisystemerkrankung anerkannt ist (WHO Klassifikation G93.3) wird die Erkrankung in Österreich immer noch totgeschwiegen. Das Bestätigen auch die Zahlen der Statistik Austria, nach denen ME/CFS in den Kliniken nur 45 mal pro Jahr diagnostiziert wird.

Das Gesundheitsministerium behauptet zwar – “dass die Erkrankung in Österreich als solches bekannt ist und den PatientInnen als Anlaufstelle für Diagnose und Behandlung von Gesetzes wegen alle neurologischen Abteilungen der Krankenhäuser zur Verfügung stehen” – Fakt ist aber, dass die Ärzte die Krankheit entweder nicht kennen oder unter keinen Umständen darauf eingehen. Siehe auch: Entschließungsantrag vom 20.01.2011, sowie dutzende Berichte betroffener, die allesamt ins nichts geschickt wurden. Es wurden ausnahmslos Ärzte genannt, die letztlich nichts von der Krankheit wussten oder wissen wollen.

Es wird oft versucht, das Chronic Fatigue Syndrom als psychische Störung auszulegen. So kann man die volle Last der Erkrankung beim Patienten lassen.

Betroffene sind aufgrund der falschen/fehlenden Diagnosen oft jahrelangen, zermürbenden medizinischen- und sozialen Situationen ausgesetzt, bekommen kaum Hilfe und werden aus Unwissenheit auch noch unter Druck gesetzt.

Die meisten Betroffenen haben durch die Erkrankung aber gar nicht die Kraft und die finanziellen Mittel, sich gegen die an Menschenrechtsverletzung grenzende Vorgangsweisen zur Wehr zu setzen und werden so direkt in Richtung Abgrund getrieben.

Die Suizidgefahr ist dadurch und durch die schweren körperlichen Symptome (welche oft linderbar wären!) deutlich erhöht. Siehe auch: Bericht über Studie vom 10.02.2016 (englisch) und Artikel “Die Welt” und Artikel “Daily Mail” (englisch)

Trotzdem weigert man sich in Österreich immer noch (als eines der letzten westlichen Länder), eine unabhängige Anlaufstelle für ME/CFS-Patienten einzurichten. Siehe auch: Entschließungsantrag vom 20.01.2011 Aus Sicht der Kassen, Pensionsversicherung und öffentlichen Stellen hat das Ganze wohl vor Allem ökonomische Gründe. Man hat Angst vor den Folgekosten der Erkrankung. Siehe: Artikel vom 25. 04. 2009 Österreichische Ärztezeitung (Fachlich überholt).

Dabei ist besonders bei jüngeren, leicht bis moderat betroffenen die Chance einer deutlichen Besserung des Gesundheitszustandes durch entsprechende Behandlung erwiesen. d.h. Die frühzeitige diagnose und Behandlung würden letztlich kosten sparen!

 


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